ein stilles Örtchen war es nicht unbedingt. Im Sommer surrten schillernde Schmeißfliegen an der winzigen Fensterluke. Stimmen und das Gackern der Hühner drang in den Bretterverschlag. Es war das Plumpskloo meiner Oma, ein echter Donnerbalken deren gesammelte Inhalte den Garten düngten. Ein hölzerner runder Deckel verschloss die Scheißluke und hielt den Gestank notdürftig zurück. Das Örtchen war gleichzeitig Abstelltraum für Eimer, Waschzuber,  Klammerbeutel, alte Pantoffeln und was man sonst so in eine Art Kammer stellte. Herrlich diese alten Ecken in denen es sich kramen ließ. Sie erzählen  Geschichten die in Gegenständen manifestiert sind.

Das Knarren einer alten Türe, hinter der meine Kinderaugen Schätze sahen. Das gewisse Örtchen hielt auch Lesestoff bereit.  Ein riesiger Nagel hielt eine Ladung kleingerissener Zeigungspapiere „Der Demokrat“ bereit. So war das eben und bei einer andächtigen Sitzung fiel immer wieder dieser Spruch ins Auge. in altdeutscher Schrift mit einer Zeichnung, die aus Zilles Feder stammen könnte. Natürlch in plattdütsch:

stilles Örtchen

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Süh an - süh an, secht Klickermann
wat ut'n Minschen all warn kann
wer früher wier de letzte in Diktot
ist hütt de irste in Regierungsrot

Der Abriss kam erst  nach der Jahrtausendwende als  die Hauseigentümer endlich die nötigen Umbauten an Haus und Hof vornehmen konnten. Meine Oma war September 2000 verstorben. Mir sind die Fotos geblieben und Erinnerungen.

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