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Aus meinem Skizzenbuch

Auszüge aus Skizzenbüchern sind eine ganz neue Kunstgattung, könnte man sagen. Sie werden ganz unterschiedlich genutzt. Um den malerischen Ausdruck nicht als Lose-Blatt-Sammlungen zu verwahren. Vorgefertigte Skizzenbücher sind ideal, und das in unterschiedlichen Formaten, Papierqualitäten, von preiswert bis hochwertig. Sie sind ein kreativer Ort um Ideen festzuhalten, sich spielerisch kreativ, meditativ, malerisch und zeichnerisch auszudrücken. Ob es wirklich Bilder sind, oder nur Kleckse in Farbe oder nicht, Kritzelleien aus Linien oder Beides…das ist egal. Das Besondere an einen Skizzenbuch ….es ist in der Regel privat, verschlossen und nur für den Künstler selbst. Es dient oft als Blattsammlung für lockere Vorstudien, das Festhalten von Sketchen, Szenen Reiseerlebnisse und vielem mehr.

Mein Skizzenheft als malerisches Tagebuch

Ich nutze Skizzenhefte seit Beginn meiner malerischen Reise, also über zehn Jahre. Anfangs war es eher das zwanglose Kritzeln, oft beim Telefonieren, oder wenn ich nebenbei eine Sendung verfolge, wo es um das Hören geht. Die Zeichnungen entstehen halb unbewusst und zuweilen kommt Interessantes zum Vorschein. Der leichte Zugang, sich irgendeinen Stift zu greifen, das Sketchbook aufzuschlagen, weder auf Lichtverhältnisse noch Proportionen zu achten…hat mir schon immer Spaß gemacht. Es ist ein Ausprobieren um sitzend Energie abzulassen, meistens ohne klares Ziel. Später nahm ich meine Skizzenhefte mit auf Reisen und versuchte hier zu malen und zu zeichnen. Dem gingen tolle Videos der Urban-Sketcher-Szene voraus. Jetzt wollte ich das nachmachen und war wesentlich unzufriedener mit den Ergebnissen und dem Setting, draußen zu malen. Ich fühlte mich beobachtet, was erheblich störte und die schönen Ergebnisse blieben auch aus.

Erwartungshaltung und das Gefühl von Öffentlichkeit

…zerstören den Spaß, sind Kreativitätskiller und erzeugen Blockaden. Aber diese ungute Kombination ist nicht nur für Skizzenhefte eine Hemmschwelle, auch für die Malprojekte die ich in all den Jahren in Angriff nahm. Meine Ansprüche und die Absicht ein gutes Bild für den Kunst-Shop, meine Webgalerie zu malen, sind zur Hürde geworden, um mit einer Malersizung zu beginnen. Der Ausweg … zurück zur Privatheit, dem spielerischen Kritzeln und Malen, hat mir geholfen das Wichtigste wieder zu finden, den Spaß am kreativen Schaffen ohne auf ein „gutes“ Ergebnis aus zu sein.

Der Weg ist das Ziel

regelmäßig auf dem Weg zu sein, bringt automatisch überraschend schöne Arbeiten hervor, nimmt Druck raus, und lässt intuitiven Ausdruck zu. Natürlich kann ich auch mal ein Bild für Kunden und Shop malen, aber eben nicht nur. Heute male ich viel weniger Bilder, die öffentlich zu sehen sind und doch schlage ich mehrmals die Woche eines meiner Skizzenhefte auf und arbeite darin. Es gibt immer noch das Kritzelbuch für den frechen Stift. Aber es gibt auch Skizzenhefte für Aquarellbilder und Mixed-Media Arbeiten. Ich versuche auf Reisen immer noch Sketche festzuhalten, oder während des Urlaubs ein paar kreative Zeichnungen zu machen. Auch ich, habe inzwischen diverse Skizzenhefte, wo ich mit unterschiedlichen Malmitteln ein Bild entstehen lasse. Da ich mit den Jahren geübter im Umgang mit Proportionen, Motiven und Farben bin, sind die Ergebnisse meistens okay. Ich stelle mir gerne Aufgaben und sehe sie als Übung. Zum Beispiel male ich ein Motiv in unterschiedlichen Malmitteln. Das interessiert mich und ich erweitere so mein Können, um durch neue Kombinationen Bilder wirkungsvoller umsetzen zu können. Ich bin nachsichtig mit mir, wenn nicht alles gelingt. Trotzdem blättere ich auch heute gerne mal meine alten und neuen Skizzenhefte durch und freue mich an der Sammlung entstandener Arbeiten. Hier heute zum Jahresabschluss ein paar Arbeiten der letzten Wochen. Ich denke Auszüge aus Skizzenheften könnte ich öfter zeigen…sie sind tatsächlich eine eigene Kunstgattung und ich liebe es, Videos über Sketchbooks anderer Künstler zu sehen.

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